byVishna More About the Pomak Muslims:
The Pomak economy is based on agriculture. Their major crops include rye, barley, corn, flax, potatoes, tobacco, and hemp (a fibrous plant useful for making ropes or cords). Raising animals such as cows, goats, and sheep is also very important. Pomak women are renowned for their excellent weaving abilities. Many Pomaks also earn their income as migrant workers. The Pomak diet primarily consists of bread, potatoes, and beans. They also enjoy yogurt, various cheeses, and lamb and goat meat.
The Pomak farmers live in rural villages that are surrounded by their fields and pastures. Most of the people live in two-story dwellings. The upper floor is used as living quarters, while the lower floor serves as a stable for the animals. The houses were traditionally constructed of stone, wood, and clay, with sloping slate roofs. Recently, however, some Pomaks have begun to build homes out of brick or cinder block, with ceramic tile roofs.
The Pomaks face discrimination and persecution, and are often deprived of legal rights. Many have had their land taken without any form of compensation, and freedom of movement is restricted. They generally cannot buy land and are unable to get government jobs or business licenses. Greece denies Muslims passports, and if a Pomak travels abroad without one, he or she is not allowed back into the country.
Traditionally, Pomak marriages are arranged between the families of the prospective bride and groom. The wedding occurs when the couple reaches their mid- to late teens. Before marriage, the bride prepares her own dowry, which consists of household items and clothing. Although Islamic law allows a man to have as many as four wives, polygamy was never frequent among the Pomaks, and is currently prohibited by Bulgarian and Greek law.
Das Dorf Ribnovo village
Lage und Landschaft
30 km nördlich von Goce Deltschev, auf den hohen Rhodopenhügeln
zwischen den Flusstälern der Mesta im Westen und der Kanina im Osten,
liegt einsam das Dorf Ribnovo. Sein Name ist wahrscheinlich von
„Ribie“ (ein giftiges Kraut) abgeleitet. Hier endet die Asphaltstraße, die
nördlich von Ognjanovo den Berg hochklettert. Die uralten
Kiefernwälder, die weiten Hochebenen mit bunten Bergwiesen, kleinen
Kartoffeln- und Tabakäckern, die klaren Bergwasserquellen, die sich von
hier eröffnende unendliche Weite des Rhodopenberglands - das alles
macht den herben Charme des Dorfes aus. Die Berghänge von Besslet
schützen es im Nordwesten. Im Sommer sind die Bergwiesen und Wälder
voller Blumen, Waldbeeren und Pilze – Erdbeeren, Himbeeren,
Heidelbeeren, Steinpilze, Pfifferlinge, Schirmpilze. Im Juli-August
kampieren ganze Familien hoch in den Bergen, um Pilze und Früchte zu
sammeln, die sie dann im Dorf verkaufen.
Gewerbe, Handwerk, Geschichte
Unter dem Schutz der Berge lebt das Dorf sein rauhes, eigenartiges
Leben. Seine Einwohner sind bulgarische Muslime, die sich streng an die
Lokaltradition halten. Die Kinder wachsen auf im Geiste von Sagen und
Erzählungen über die große Vergangenheit ihrer Heimat. In der Nähe gibt
es zahlreiche Überreste antiker Siedlungen. Die Funde antiker Münzen
beflügeln die Phantasie einheimischer Schatzgräber. Der heutige Ort hat
auch seine jahrhundertealte Geschichte. Er wird in den osmanischen
Regesten aus dem 16. Jahrhundert erwähnt wie die Nachbardörfer
Kovatschevica, Drjanovo u.a. Damals war es ein kleines Dorf von
etwa 30 Häusern.
Heute ist Ribnovo das am dichtesten bevölkerte Dorf der Region –
über 3000 Menschen leben hier, Landflucht findet so gut wie nicht
statt, die Dorfbewohner heiraten untereinander. Im Dorf gibt es zwei
Moscheen, fast alle Frauen tragen bunte Pluderhosen, Schürzen und
Kopftücher. Es gibt ein Dutzend Lokale – Cafes, kleine Bars und
Restaurants. Abends sind die Cafes und Kneipen voller Männer, und
im Restaurant versammeln sich junge Mädchen und Burschen. In der
Hauptstraße findet der Korso statt – die Burschen, in Jeans und
Tennisschuhen, die Mädchen, mit ihren buntesten Pluderhosen und
Kopftüchern angetan, laufen reihenweise aneinander vorbei, begucken
sich und bandeln an. Dann geht man zur Disko ins Restaurant.
Die Blumengärten in Ribnovo sind ziemlich bescheiden, doch die
Blumenpracht scheint die kulturelle Einbildungskraft erobert zu haben
– sie äußert sich in den leuchtenden, „verrückten“ Farben sowohl der
traditionellen Teppiche, Spitzen und Strümpfe, in den Mustern der
Pluderhosen und Kopftücher, als auch in den am Markt gekauften
Kunstblumen und Dekorationsgegenstände. Diese Farbenpracht
verbinden die Bauern mit der Paradiesvorstellung. Unter den Blumen
dominiert die Rose – der Duft der Gnade im Islam und im
Christentum: die Tränen des Propheten Mohamed verwandeln sich in
Rosen,
„seine rosa Schönheit erfüllt die Welt mit Rosen“, die Rose istdie Lieblingsblume der meisten Kinder von Ribnovo, und Bulgarien
ist ja das Land der Rosen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Tradition ist die Gastfreundschaft –
im Dorf findet der Gast immer Unterkunft, Verpflegung und ein
freundliches Wort.
Handwerker hat es im Dorf nie viele gegeben. Zur Zeit arbeiten hier
ein Sattler, zwei Schmiede und ein Hufschmied. Die bei den
Ribnovoern sehr verbreiteten Kupfer- und Tongefäße wurden in Goce Deltschev gekauft.
Eine Lieblingsbeschäftigung der Männer war die Arbeit mit Holz - sie haben
verschiedene Alltagsgegenstände aus Holz geschnitzt, für viele war der Verkauf dieser
Gegenstände eine zusätzliche Einnahmequelle, da das nutzbare Land knapp war. Unter
anderem wurden Fässer und Holzflaschen hergestellt.
Ein Magnet für die Touristen sind die schönen Textilien, die die Frauen zu Hause weben
– Teppiche, Wolldecken, Läufer, Ziegenhaarmatten, Schürzen, die mit ihren eigenartigen
Ornamenten und leuchtenden Farben die Betrachter faszinieren.
Die alten Häuser in Ribnovo wurden von Baumeistern aus Kovatschevica und Leschten
errichtet. Früher gab es im Dorf keine Maurer. Erst in den letzten 10 – 15 Jahren haben
ein Dutzend junge Bauern dieses Handwerk erlernt und bauen nun die neuen Häuser in
Ribnovo. Im Dorf überwiegen die neuen Häuser, sie sind aus Ziegelsteinen und stehen
malerisch verstreut auf den steilen Berghängen.
Lebensberichte
Aus dem autobiographischen Essay von Dschemal Avdikov, 11 Jahre alt:
„Manche Kinder, die in der Stadt leben, werden sicher eine bessere Zukunft
haben. Die Kinder aus den Bergdörfern haben keine große Wahl. Ich bin in
einem kleinen Bergdorf geboren und lebe da. Es ist etwa 30 km von der Stadt
Goce Deltschev entfernt und heißt Ribnovo. Ich habe nicht daran gedacht,
was ich in Zukunft werden könnte, aber es wird sicher etwas, sein, was mit
der Natur zu tun hat. Ich treibe mich gern im Wald herum, ich kenne viel
Gegenden im Dabrasch – Karakaja, Gatera, Vischterica, Eluschka reka,
Duaundere, Kanala, Poljanite, Suchija Tschark u.a. Ich sammle gern
Kräuter, Pilze und Heidelbeeren. Es tut mir richtig weh, wenn der Wald
abgeholzt oder abgebrannt wird. Tagtäglich werden die Waldtiere weniger.
Ich möchte Futterkrippen für Rehe, Hasen und andere Waldtiere aufstellen,
man sollte das Töten von Tieren verbieten. Mann sollte den Wald mit
Stacheldraht einzäunen.“
Nadred Osmanova, , 15 Jahre alt:
„Jeder hat wenigstens einen Traum, oder einen Plan für die Zukunft. Mein Wunsch ist, ein großes
Haus
zu haben, gut eingerichtet, mit Teppichboden, mit vielen Möbeln, mit schönen langen geblümten
Gardinen an den Fenstern. Aber ich möchte auch gut
ausgebildet werden für einen bestimmten Beruf, z.B. als
Lehrerin, Krankenschwester, Sportlerin, Designerin,
Serviererin u.a. Am liebsten möchte ich aber Lehrerin
werden, mein Lieblingsfach unterrichten. Deswegen werde
ich überhaupt nicht zögern, ich werde auf die Zukunft
vertrauen, und es komme, was mir eben bestimmt ist. Aber
damit mein Traum in Erfüllung
geht, muß ich viel arbeiten, lernen, lernen, in der Schule
sehr fleißig sein und keinen einzigen Augenblick
unaufmerksam sein.
Ich muß gut aufpassen und sehr diszipliniert sein, in jeder
Unterrichtsstunde. Heiraten später, erst nachdem ich mit
der Schule fertig bin und mein Diplom habe. Wenn ich
verheiratet bin und eine Familie habe, möchte ich meinen
Unterhalt selbst verdienen, ich weiß, dass das nicht so
einfach ist, aber ich will für eine bessere Zukunft kämpfen.
Ich möchte nicht nur gebildet, gut ausgebildet sein, sondern
auch gut zu den Schülern und den Kollegen sein, ebenfalls
hilfsbereit und gastfreundlich gegenüber den Nachbarn und
den Verwandten. Es ist gut, beide Eigenschaften zu besitzen
– sowohl gut sein, als auch hilfsbereit und gastfreundlich.
Schönheit allein macht den Menschen nicht achtenwert;
wenn man schön, aber nicht gut ist, dann ist man böse, und
wenn man schön und gut ist, dann wird man von allen
Nachbarn und allen Bekannten hochgeachtet. Aber gefällig und liebevoll gegenüber der eignen Familie
möchte ich natürlich auch sein. Ich wünsche mir keine Haushilfe, ich bin bereit, berufstätig zu sein und
für den Haushalt selbst zu sorgen. Ich möchte in meiner Heimat leben, nahe bei den Eltern, bei den
Bergen und der Landwirtschaft. Ich möchte so sein, wie die andern, aber ein Diplom besitzen. Viel Geld
haben, Tiere haben, immer genug Fleisch zu essen haben. Mein Garten soll von Blumenbeeten umgeben
sein, Rosen und Flieder in der Mitte, die Wohnräume sollen immer nach
Sauberkeit duften,. Ebenfalls möchte ich Obstbäume haben, und gute
Ernte im Garten.
Ich möchte gern ein Auto haben und schöne, teuere Kleider tragen. Sollte
ich aber beschließen, die Schule sein zu lassen und mich mit Dummheiten
abgeben, dann gibt es für mich keine gute Zukunft. Scheitert man am
Anfang, so ist das ganze Leben verpfuscht. Aber wenn ich das schaffe, was
mir vorschwebt, dann werde ich sicher eine gute Zukunft haben.“
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